40 Jahre ADFC München

 

Seit 1981 setzt sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München für eine flächendeckende, sichere und zukunftsfähige Radinfrastruktur in München ein. Zum 40. Jubiläum gibt's ein buntes Magazin rund um den Verein und seine Aktivitäten.

 

In dieser Zeit hat sich einiges getan: Die Bedingungen für Radfahrende in der Landeshauptstadt und dem Landkreis München haben sich auch dank der kontinuierlichen Arbeit des Fahrrad-Clubs, der heute 8500 Mitglieder zählt, vielerorts verbessert.

München, 21.6.2021 – Am 24. Juni 1981 wurde der Kreisverband München des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gegründet. Dass der Radverkehr in der autozentrierten Politik der 1980er-Jahre keine große Rolle spielte, spornte eine damals noch überschaubare, aber hoch motivierte Gruppe von Radl-Begeisterten an, diese Situation zu ändern. Ihre Ziele: den Interessen der Radfahrenden in München mehr Gehör zu verschaffen und das Radfahren in der Stadt attraktiver und sicherer zu machen.

Radverkehr als Vorreiter neuer Mobilität
Seitdem ist einiges passiert: Etliche neue Radlwege und Radfahrstreifen, zahlreiche Fahrradstraßen, die Umwandlung von Kfz-Parkplätzen zu Rad-Abstellplätzen, die Öffnung vieler Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr sowie die Pop-up-Radwege sind erfreuliche Verbesserungen, die nicht zuletzt auf den hartnäckigen Einsatz des ADFC München zurückgehen. Zudem hat die Stadt im vergangenen Jahr die erste, fünf Kilometer lange Fahrradhauptroute, die Radfahrenden durchgehend Vorfahrt gewährt, als Modellprojekt eingerichtet. Der vom ADFC initiierte Altstadt-Radlring und der umfangreiche Ausbau des Radwegenetzes sind im Planungsstadium, erste Abschnitte im Bau. Und gerade ist die städtische „Meldeplattform Radverkehr“ gestartet, auf der Radfahrende Hinweise, Mängel und Wünsche online eintragen können, ebenfalls ein langjähriger Wunsch des ADFC.

Boom des Radverkehrs heute
„Das Fahrrad boomt, immer mehr Menschen steigen aufs Rad, aber die Radinfrastruktur ist oft noch unterdimensioniert, veraltet und weder sicher noch komfortabel befahrbar”, sagt Andreas Schön,
1. Vorsitzender des ADFC München. „Das Radwegenetz war schon vor der Pandemie nicht mehr zeitgemäß, deshalb verschärfen sich nun die Probleme massiv. Die Stadt ist jetzt gefordert, diesen Rückstand schnellstens aufzuholen.“ Hinzu kommt, dass die Verkaufszahlen von E-Bikes, Lastenrädern und Transportanhängern in die Höhe schnellen. E-Bikes bringen mehr Geschwindigkeit in den Radverkehr, Lastenräder und Anhänger benötigen deutlich mehr Platz. Der aber fehlt häufig noch.

Neue Prioritäten für eine fahrradfreundliche Stadt
„Leider ist noch nicht bei allen angekommen, dass sich mit dem Radentscheid die Prioritäten um 180 Grad gedreht haben: Bei der Neuaufteilung des Straßenraums müssen nun zuerst die Flächen und Spuren für den Radverkehr, den Fußverkehr, den ÖPNV und für Bäume berücksichtigt werden. Parkplätze, Fahr- und Abbiegespuren können anschließend im Rahmen des verbliebenen Straßenraums eingeplant werden. Das bedeutet, dass zukünftig vermehrt Einbahnstraßen oder verkehrsberuhigte Bereiche ohne Durchgangsverkehr eingerichtet werden müssen“, so Schön. Weitere erforderliche Schritte aus Sicht des ADFC: Die konsequente Trennung von Kfz- und Autoverkehr durch bauliche Maßnahmen, faire Ampelregelungen, sicherer Umbau von Kreuzungen, ein durchgängiges Radwegenetz, besserer Winterdienst – erst diese Maßnahmen führen zu einer wirklich fahrradfreundlichen Stadt.

Mehr Tempo, mehr Platz fürs Rad
„Das Rad ist das Verkehrsmittel, dem beim Klimaschutz und der Verkehrswende eine zentrale Rolle zukommt. Und breite, sichere Radwege bringen mehr Menschen aufs Rad. Daher sollten Bedürfnisse und Schutz von Personen, die sich umweltverträglich, leise und ohne Airbag und Sicherheitsfahrgastzelle bewegen, Vorrang haben.“ Mehr Platz fürs Rad, eine fairere Flächenverteilung des öffentlichen Raumes und mehr Tempo beim Umbau stehen daher weiterhin auf der Agenda des Fahrrad-Clubs. „Damit Menschen jeden Alters und Fitnesslevels sicher, entspannt und genussvoll überall radeln können, muss die Stadt endlich ihre Radl-Hausaufgaben machen“, erklärt Schön. Das wünschen sich auch die Münchner:innen, wie die Ergebnisse des jüngsten ADFC-Fahrradklima-Tests zeigen. München schneidet hier insgesamt nur mit der Note 3,8 ab. „Mehr Radeln bedeutet bessere Luft, mehr Ruhe, mehr Begegnung – einfach mehr Lebensqualität in der Stadt.“

40 Jahre ADFC München, 40 Jahre Radl-Angebote für alle
Zunehmend mehr Menschen wünschen sich, dass sie auf dem Rad im Straßenverkehr gleichberechtigt sind und unterstützen die Arbeit des ADFC München. Der gemeinnützige, größtenteils ehrenamtlich organisierte Verein wächst seit Jahren kontinuierlich und ist mit 8500 Mitgliedern der größte Kreisverband des ADFC. Der Fahrrad-Club ist in der Stadt und dem Landkreis München auf allen Feldern rund um das Thema Radfahren aktiv. Im Landkreis München gibt es derzeit neun Ortsgruppen, vier weitere sind in Planung.
Der Radl-Club baut auch sein Angebot kontinuierlich aus. Er organisiert Radtouren in der Umgebung sowie mehrtägige Radreisen und führt Fahrrad-Codierungen und Technik-Workshops durch. Außerdem betreibt der ADFC München eine Radfahrschule mit einem umfangreichen Kursangebot für verschiedene Alters- und Leistungsstufen sowie eine Selbsthilfewerkstatt. Die Angebote können größtenteils auch von Nichtmitgliedern genutzt werden. Darüber hinaus veranstaltet der Fahrrad-Club öffentlichkeitswirksame Rad-Aktionen, -Events und -Demos und vertritt in den verkehrspolitischen Debatten in Stadt und Landkreis die Interessen der Radfahrenden.

 

https://muenchen.adfc.de/veroeffentlichung/40-jahre-adfc-muenchen

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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