
Bewegende Momente beim „Ride of Silence“ in München
Knapp 70 Radfahrende haben am Mittwochabend, den 20. Mai 2026, am diesjährigen „Ride of Silence“ des ADFC München teilgenommen.
Mit der stillen Gedenkfahrt erinnerte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club an getötete und schwer verletzte Radfahrende in München und setzte zugleich ein Zeichen für mehr Verkehrssicherheit.
Die Route führte zu mehreren Unfallorten im Stadtgebiet, an denen sogenannte Ghostbikes an verstorbene Radfahrende erinnern. Besonders bewegend war der Halt an der Corneliusstraße/Ecke Erhardtstraße. Dort legte der ADFC zum siebten Todestag eines Jungen einen Kranz am Ghostbike nieder. Auch viele der Teilnehmenden legten dort Blumen ab. Der elfjährige Schüler war am 20. Mai 2019 von einem rechtsabbiegenden Lkw überrollt und tödlich verletzt worden.
10 Jahre Ride of Silence in München
Der „Ride of Silence“ findet in München seit 2016 statt und mahnt zu besseren und sichereren Bedingungen für den Radverkehr. In den letzten zehn Jahren starben im Stadtgebiet München 48 Radfahrende, 2402 verletzten sich schwer. Die Teilnehmenden fuhren die rund 13 Kilometer lange Strecke schweigend durch die Stadt. An den fünf weiteren Unfallorten auf der Route stiegen sie ab und schoben ihre Räder schweigend an den dort aufgestellten Ghostbikes vorbei.
Andreas Schön, 1. Vorsitzender des ADFC München, sagte: „Jeder tödliche Unfall ist einer zu viel. Mit dem Ride of Silence erinnern wir an die Menschen hinter den Zahlen – und machen deutlich, dass München endlich sichere Infrastruktur für Radfahrende schaffen muss, damit alle von Jung bis Alt geschützt unterwegs sein können.“