
ADFC München lehnt Rückbau des Radfahrstreifens in der Lindwurmstraße ab
Mit großem Unverständnis reagiert der ADFC München auf Pläne, den erst vor rund einem Jahr eingerichteten Radfahrstreifen in der Lindwurmstraße zwischen Reisingerstraße und Fliegenstraße kurzfristig wieder zu entfernen...
… und stattdessen eine Busspur für den Schienenersatzverkehr einzurichten. Nach Informationen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) soll die Änderung bereits am kommenden Dienstag, 21.7.2026, umgesetzt werden.
Der ADFC hat Verständnis dafür, dass während der U-Bahn-Sperrung Lösungen für einen leistungsfähigen Schienenersatzverkehr gefunden werden müssen. Dieses Ziel darf jedoch nicht zulasten der Sicherheit des Radverkehrs erreicht werden. Der ADFC geht davon aus, dass diese Maßnahme bis zum Ende der U-Bahn-Sanierung voraussichtlich im August 2027 andauert.
Andreas Schön, 1. Vorsitzender des ADFC München: „Ein sicherer Radweg ist keine Übergangslösung auf Abruf. Wer ihn bei der ersten Herausforderung wieder zurücknimmt, macht deutlich, dass die Sicherheit von Radfahrenden offenbar jederzeit zur Disposition steht. Wer den Radfahrstreifen jetzt wieder abschafft, schickt tausende Radfahrende zurück auf einen unsicheren, völlig unterdimensionierten und teilweise beschädigten Radweg. Ausgerechnet während der U-Bahn-Sperrung, in der viele Menschen auf das Fahrrad als Alternative umsteigen, wird ihre sichere Infrastruktur wieder eingeschränkt. Hier wird mal wieder die Leistungsfähigkeit des Kfz- und Busverkehrs über die Verkehrssicherheit des Radverkehrs gestellt und letztlich der ÖPNV gegen den Radverkehr ausgespielt. Solche Ad-hoc-Entscheidungen untergraben das Vertrauen in eine verlässliche Verkehrspolitik und vermitteln den Eindruck, dass sichere Radinfrastruktur beliebig wieder gestrichen werden kann.“
Der erst im vergangenen Jahr umgesetzte Umbau der Lindwurmstraße hatte die Verkehrssicherheit auf einem der meistbefahrenen Radwege Münchens deutlich verbessert. Diese Verbesserung nun wieder aufzugeben, sendet aus Sicht des ADFC das falsche Signal.