Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband München e. V.

10 Jahre „Ride of Silence“ – ADFC München: „Radfahren darf kein Risiko sein“

„Ride of Silence“ 2026: Seit zehn Jahren gedenkt der ADFC München der getöteten und verletzten Radfahrenden – und mahnt die Stadt zum Handeln.

Am Mittwoch, den 20. Mai 2026, findet in München der „Ride of Silence“ statt, den der Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) München 2016 das erste Mal in der bayerischen Landeshauptstadt veranstaltet hat. Die stille Gedenkfahrt erinnert an Radfahrende, die im Straßenverkehr ihr Leben verloren oder schwer verletzt wurden. An Unfallorten werden als sichtbare Erinnerung weiß lackierte Fahrräder, die Ghostbikes, aufgestellt.

Die Gedenkfahrt 
Mittwoch, 20. Mai,Treffpunkt: 17:15 Uhr, Abfahrt: 17:30 Uhr, Ort: Theresienwiese, unterhalb der Bavaria, Ende: 18:45 Uhr, Bavariapark, Route: Baumgartnerstraße, Implerstraße, Erhardtstraße, Franz-Josef-Strauß-Ring, Lenbachplatz, Wredestraße, Länge: ca. 13 km. Die Fahrt ist offen für alle, die Gruppe fährt schweigend. Wer mag, kleidet sich weiß. 

Zehn Jahre, 48 Tote, 2402 Schwerverletzte 
Seit 2016 radeln Menschen in München zum schweigenden Gedenken durch die Stadt – als Protest gegen die mangelhafte Radverkehrsinfrastruktur und Erinnerung daran, dass hinter jeder Zahl in der Unfallstatistik ein Mensch steht: eine Mutter, ein Kind, ein Großvater, eine Freundin, ein Nachbar – sie alle hinterlassen schmerzhafte Lücken. In den vergangenen zehn Jahren (2016-2025) wurden in München 48 Radfahrende getötet und 2402 schwer verletzt. Allein im Jahr 2025 verloren 6 Radfahrende ihr Leben und 209 verletzten sich schwer. 40 Ghostbikes wurden seit 2016 im Münchner Straßenraum aufgestellt, einige sind inzwischen wieder entfernt worden. 

Andreas Schön, 1. Vorsitzender des ADFC München, sagt: „Jedes dieser Unfallopfer ist eines zu viel. Radfahren darf kein Risiko sein, Radfahren muss sicher für Menschen aller Altersgruppen und Fitnesslevel sein. Gute Radwege kosten Geld, aber Radfahrende tragen die Konsequenzen schlimmstenfalls mit ihrem Leben. Radwege müssen dringend sicher und fehlerverzeihend ausgebaut werden. Gerade auch besonders verletzliche Gruppen wie Kinder und ältere Menschen müssen besser geschützt werden. Nur so können die Unfallzahlen deutlich gesenkt werden.“

Vision Zero: Anspruch und Wirklichkeit 
Von der „Vision Zero“ – also dem 2018 vom Stadtrat ausgegebenen Ziel, die Zahl der Verkehrstoten auf null zu reduzieren, ist München noch weit entfernt. Immer mehr Menschen radeln in München auf einer Infrastruktur, die mit dem Wachstum nicht Schritt hält. Die Stadt muss die vielfach bereits fertig geplanten Radentscheid-Projekte jetzt konsequent und zügig umsetzen. Gefährliche Kreuzungen müssen durch getrennte Ampelphasen, eine verbesserte Sicht und eine bauliche Trennung von Kfz- und Radverkehr sicherer gestaltet werden. Zu lange Planungsverfahren und unzureichende Budgets führen zu weiteren Radfahrende, die ihr Leben verlieren oder schwere Verletzungen erleiden. 


https://muenchen.adfc.de/pressemitteilung/10-jahre-ride-of-silence-adfc-muenchen-radfahren-darf-kein-risiko-sein

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