Kidical Mass: Fröhliche ADFC-Familien-Fahrraddemo für kinderfreundliche Straßen

Rund 500 kleine und große Menschen radelten mit bei der Kidical Mass, die am Sonntag, 7. Mai 2023, durch Münchens Innenstadt rollte, um für ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht zu demonstrieren.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) München brachte unter dem Motto „Straßen sind für alle da!“ Kinder, Jugendliche und Familien auf die Räder.

Bei sonnigem Wetter und bester Stimmung führte die bunte, fröhliche Radldemo auf autofreien Straßen vom Odeonsplatz zur Theresienwiese. Dort erwartete die Radlfans ein Aktionsprogramm mit dem Fahrradparcours der ADFC-Radfahrschule. Die Erwachsenen konnten zudem verschiedene Lastenräder vom Projekt „Freie Lastenradl" ausprobieren. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Kidical Mass Aktionstage statt, bei denen deutschlandweit mehr als 440 Fahrraddemos die Straßen eroberten.

Henrik Weyer, im Vorstand des ADFC Münchenund im Jungen ADFC aktiv, sagt: „Kinder, die von klein auf aktiv mit dem Fahrrad unterwegs sind, bleiben es auch als Erwachsene. Radwege, auf denen sich Kinder und Jugendliche sicher und selbstständig bewegen können, sind gut für alle Generationen. Das muss der Maßstab für jede Planung sein.“ Und er ergänzt: „Dass Kinder auf dem Rad überall sicher ankommen, liegt in der Verantwortung der Erwachsenen und vor allem des Gesetzgebers. Nur mit einem reformierten Straßenverkehrsrecht lassen sich schnell die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Die Schutzbedürftigkeit von Kindern muss in den Mittelpunkt gestellt werden. Daher muss Städten und Gemeinden die Freiheit gegeben werden, kinder- und fahrradfreundliche Maßnahmen nicht nur an einzelnen Gefahrenstellen umzusetzen, sondern im gesamten Stadtgebiet. Das umfasst zum Beispiel geschützte oder baulich getrennte, breite Radwege, Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen innerorts sowie Schulstraßen ohne Autoverkehr.“

Hintergrund: Deutschland braucht ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht
Aktuell können Städte und Gemeinden nicht einfach Tempo 30 einführen oder breite, baulich getrennte Radwege einrichten. Dazu müssen sie aufwendige Begründungen finden oder es ist schlicht nach dem geltenden Straßenverkehrsrecht nicht erlaubt. Um die große Mobilitätswende der kleinen Beine zu verwirklichen, braucht es einen gesetzlichen Rahmen und eine klare politische Prioritätensetzung. Dafür ist eine Reform des Straßenverkehrsrechts nötig. Es geht dabei nicht nur um sichere Mobilität, sondern um eine bessere Lebensqualität für alle Generationen. An diesen Auftrag haben die Teilnehmer:innen der Kidical Mass die Entscheidungsträger:innen aus Politik und Verwaltung im ganzen Land bunt und lautstark erinnert.


Über das Kidical Mass Aktionsbündnis: Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung. Seit 2017 gibt es sie auch in Deutschland. Bei bunten Fahrraddemos erobern Radfahrende von 0 bis 99 Jahren die Straße. Die Kidical Mass setzt sich für kinder- und fahrradfreundliche Städte und Gemeinden ein. Herzstück des Aktionsbündnisses sind mehr als 400 lokale Organisationen und Initiativen. Ein einzigartiges Netzwerk – dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark. Unterstützt wird es von den überregionalen Partner:innen: ADFC, Campact, Changing Cities, Clean Cities Campaign, Deutsches Kinderhilfswerk, Greenpeace, Parents For Future, Pro Velo Schweiz, VCD und Zukunft Fahrrad.


https://muenchen.adfc.de/artikel/kidical-mass-froehliche-adfc-familien-fahrraddemo-fuer-kinderfreundliche-strassen

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