
In der ersten Reihe rechts neben dem ADFC-Lastenrad: OB Dominik Krause
10.000 Räder, eine Botschaft: ADFC-Radsternfahrt rollt auf den Königsplatz
Rund 10.000 Menschen haben am heutigen Sonntag bei der Radsternfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) München die Straßen der bayerischen Landeshauptstadt auf zwei Rädern in Beschlag genommen.
14 polizeibegleitete Demozüge aus der gesamten Metropolregion rollten auf den Königsplatz. Erstmals nahm mit Dominik Krause ein Münchner Oberbürgermeister an der Sternfahrt teil und radelte mit zum Königsplatz. Dort sprach er ein Grußwort bei der Abschlusskundgebung.
Aus der gesamten Region zum Königsplatz
Seit den frühen Morgenstunden machten sich Radfahrende aus Augsburg, Rosenheim, Freising und sieben weiteren Startpunkten im Umland auf den Weg – manche über 84 Kilometer. In der Stadt starteten vier Züge gleichzeitig aus Nymphenburg, der Studentenstadt, vom Piusplatz und aus Sendling. Unterwegs vereinigten sich die Radl-Kolonnen zu immer dichter werdenden Strömen, die über den für den Kfz-Verkehr gesperrten Mittleren Ring und die Leopoldstraße sowie die Prinzregentenstraße zum Königsplatz rollten. Unter den tausenden Teilnehmenden waren erneut zahlreiche Familien mit Kindern, viele mit Lastenrädern und Anhängern. Ab 15:30 Uhr feierten alle gemeinsam auf dem Königsplatz mit Musik, Redebeiträgen und einem bunten Bühnenprogramm den Abschluss der Demonstration.
Andreas Schön, 1. Vorsitzender ADFC München, sagt: „10.000 Radfahrende haben heute gezeigt, dass sie bessere Bedingungen für den Radverkehr wollen. Wer sichere Wege schafft, ermöglicht Kindern mehr Selbstständigkeit, Familien mehr Bewegungsfreiheit und allen Menschen, im Alltag klimafreundlich unterwegs zu sein. Unser Ziel muss eine Stadt sein, in der sich Achtjährige ebenso sicher bewegen können wie Achtzigjährige. Dafür brauchen wir ein zusammenhängendes Netz sicherer Radwege. Und Kreuzungen, die Fehler verzeihen, statt Risiken zu erzeugen. Die große Beteiligung ist ein klarer Auftrag an Politik und Verwaltung, den Ausbau sicherer Radinfrastruktur entschlossen voranzutreiben.“
Münchner Oberbürgermeister bei der Sternfahrt
Dass die politische Symbolkraft der diesjährigen Sternfahrt besonders hoch war, verdankte sie auch Dominik Krause: Der Münchner Oberbürgermeister radelte in der Stadt mit – ein Signal, das über München hinaus wahrgenommen wurde. Bei der Abschlusskundgebung wandte er sich direkt an die Teilnehmenden. „Ich verstehe die Radsternfahrt als klares Signal an Politik und Verwaltung, dass sich viele Menschen eine sichere Fahrradinfrastruktur wünschen – ob für den eigenen Arbeitsweg, den Weg der Kinder in die Schule oder für die Fahrt zu Freunden oder in den Sportverein. Mir ist es deshalb wichtig, dass auch in finanziell herausfordernden Zeiten der Ausbau der Fahrradinfrastruktur weitergeht – mit einem Fokus auf Schulwegsicherheit und die Beseitigung von Radweglücken. Ich danke den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die die Sternfahrt erst möglich gemacht haben – und all denjenigen bei der Polizei oder in der Verwaltung, die zum sicheren Ablauf beigetragen haben.“
Forderungen: Sichere Radwege, jetzt
Unter dem Motto „Die Zukunft fährt Rad“ fordert der ADFC München gemeinsam mit dem Radentscheid München und zahlreichen Bündnispartnern konkrete Maßnahmen: vom Kfz-Verkehr getrennte und lückenlose Radwege, geschützte Kreuzungen, Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit, autofreie Zonen vor Schulen und Kitas sowie die konsequente Freihaltung von Geh- und Radwegen. Denn das größte Hemmnis beim Radfahren bleibt laut Studien die Unsicherheit auf den Straßen.